Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Hessen e.V.

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70 Jahre Interessenvertretung und Branchengemeinschaft für das hessische Gastgewerbe - Happy Birthday DEHOGA Hessen!

Als erster Wirtschaftsverband im damaligen Großhessen und erster DEHOGA-Verband bundesweit nach dem Zweiten Weltkrieg nahm der heutige DEHOGA Hessen bereits im Winter 1945 seine Arbeit auf. Seine Vorgänger, sowohl auf nationaler als auch auf Landesebene waren allesamt seit 1933 „gleichgeschaltet“ und durch die Nationalsozialisten dadurch aufgelöst worden.

Am 5. Dezember 1945 fand zu einer Zeit, als die verbliebenen Teile des Gastgewerbes nach Zerstörung und Missbrauch in erster Linie zur Versorgung der Bevölkerung, der Besatzungsmächte und den tausenden Verwundeten und Kriegsversehrten dienten, die Gründungsversammlung des hessischen „Landesverbandes der Hotels, Gaststätten und verwandten Betriebe“ statt. Die seinerzeit erforderliche Anerkennung durch den Großhessischen Minister für Wirtschaft und Verkehr, Rudolf Mueller, erfolgte am 11. Januar 1946. Damit feiert der heutige Hotel- und Gastronomieverband DEHOGA Hessen in  diesem Jahr sein 70jähriges Bestehen.

Weitere wichtige Impulse für den Wiederaufbau und die Schaffung einer demokratischen und rechtsstaatlichen Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung gingen damals von Hessen aus: Am 21. Januar fanden in Hessen Kommunalwahlen statt; dies waren die ersten freien Wahlen auf deutschem Boden seit 1933.

Der Gedanke und die Aktivitäten einer Berufs- und Interessenvertretung gehen allerdings bereits auf die Zeit der sog. Gründerjahre zurück. Diverse regionale Vereinigungen, die sich schrittweise im Deutschen Gastwirte-Verband zusammenschlossen gelten als Vorgängerorganisationen der heutigen DEHOGA-Familie.

Über die Jahre hat sich der Verband nicht nur an die politischen Voraussetzungen nach 1945 angepasst, sondern ist stets mit der Zeit gegangen, und hat neben seinen Hauptaufgaben für die Mitglieder die eigene Organisation beständig weiterentwickelt. Dies war und ist Voraussetzung für eine schlagkräftige Branchenvertretung in Politik und Öffentlichkeit und für passgenaue Dienstleistungen für die Branche.

Bei Durchsicht der umfangreichen Protokollarchive aus den Gründungsjahren ist auffallend, dass die Themen, mit denen das Gastgewerbe und sein Verband zu tun hatten, sich kaum von den heutigen Herausforderungen unterscheiden. Erscheinungsformen, Sprache und Strukturen haben sich im Wandel der Zeit verändert, doch inhaltlich sind die Grundsätze und Leitbilder zeitlos geblieben wie beispielsweise die Gründungssatzung des Provinzial-Gastwirte-Verbandes Hessen-Nassau und Freistaat Waldeck e.V. im Preußischen Landesverband des Deutschen Gastwirte-Verbandes vom 5. Februar 1925:

 „Der Provinzial-Gastwirte-Verband für Hessen-Nassau und Freistaat Waldeck e.V. bezweckt, die Gastwirte seines Gebietes zu vereinigen, um seine Mitglieder, ihre Angehörigen und die im Gast- und Schankwirte-Gewerbe tätigen Personen in jeder gewerblichen Beziehung zu schützen und zu fördern, insbesondere ihre materielle und geistige Lage zu heben und die Eintracht sowie das Gefühl der Zusammengehörigkeit ihrer Mitglieder zu festigen.“

Das Bestreben, die „geistige Lage zu heben“ klingt sympathisch antiquiert und beinahe liebenswert naiv, doch damals wie heute, verbirgt sich dahinter eine neben den markt- und betriebswirtschaftlichen Beratungs- und Förderaufgaben der Branchengemeinschaft das allen modernen Verbandsverfassungen immanente Bestreben, das Gastgewerbe im Bereich von Qualifizierung und Weiterbildung zu unterstützen. In diesem Jahr geht das neue e-Learning-Portal Hogafit (hogafit.de) an den Start und ergänzt zukunftsweisend die vielfältigen bestehenden Seminar- und Weiterbildungsangebote des DEHOGA. Insofern arbeitet der Verband am Puls der Zeit und auf Basis seiner Tradition. Und diese Tradition bedeutet in erster Linie Entwicklungsfähigkeit und Anpassung an die Bedürfnisse von Hoteliers und Gastronomen.

Der DEHOGA Hessen heute – eine starke Gemeinschaft

Das hessische Gastgewerbe ist bunt und vielfältig. So sind auch die Interessen der verschiedenen Betriebe und Unternehmen des Gastgewerbes unterschiedlich ausgeprägt. Zweck und Aufgabe des DEHOGA Hessen ist es, diese Interessen zu bündeln und die Branche mit geeinter Stimme zielorientiert zu vertreten sowie passgenaue Dienstleistungen anzubieten.

Der Hotel- und Gastronomieverband DEHOGA Hessen ist der Berufsverband der Gastronomen und Hoteliers. Viele Unternehmer in Gastronomie und Hotellerie wissen: es ist gut, Mitglied im DEHOGA  Hessen zu sein. Sie kommen aus verschiedenen Nationen und führen ganz unterschiedliche Betriebe: kleine Restaurants und Imbissbetriebe sind ebenso dabei wie große Hotels. Zusammen bilden sie den DEHOGA Hessen: eine starke Gemeinschaft.

Der DEHOGA Hessen vertritt als alleiniger Berufs- und  Wirtschaftsverband das Hessische Gastgewerbe, den Hauptleistungsträger des Tourismus in Hessen. Mit rund 18.000 Hoteliers und Gastronomen – davon allein ca. 84 Prozent kleine und mittlere Betriebe mit familiärer Prägung  – über 180.000 Erwerbstätigen  und 4.000 Auszubildenden – ist das Gastgewerbe ein starkes Stück Hessische Wirtschaft und Rückgrat der heimischen Tourismusindustrie.

Der DEHOGA steht ständig in Kontakt mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft und ist darüber hinaus in den wichtigsten Gremien und Ausschüssen präsent. Ob Recht und Steuern, Arbeitsmarkt- oder Tarifpolitik, Aus- und Weiterbildung, Umweltschutz oder Urheberrecht – der DEHOGA Hessen macht seinen Einfluss für die Gastronomie und Hotellerie im Land geltend.

Der DEHOGA Hessen bietet seinen Mitgliedern individuelle  Rechtsberatung im Arbeits-, Tarif- sowie Gewerberecht. Darüber  hinaus stehen die DEHOGA-Juristen als Ansprechpartner für alle Fragen rund um den Betrieb immer zur Verfügung. Exklusiv erhalten Mitglieder kostenfreie Formulare und Vordrucke wie z. B. Tarif- oder Arbeitsverträge, Jugendschutzgesetz, Informationen über aktuelle Branchenthemen, Merkblätter, etc. Immer branchenaktuell informiert: DEHOGA-Mitglieder erhalten unser Verbandsmagazin und in regelmäßigen Abständen unseren Newsletter. 24 Stunden steht unsere interaktive Homepage zur Verfügung: www.dehoga-hessen.de

Der DEHOGA Hessen bringt Kolleginnen und Kollegen zusammen, bietet mit einer Vielzahl spannender Veranstaltungen eine Plattform zum professionellen und gesellschaftlichen Austausch und eröffnet Ihnen Kontakte zu Politik, Wirtschaft und Presse.

Als Bindeglied zwischen Berufsschule, den IHK´n und den Ausbildungsbetrieben fördert der Verband die Zusammenarbeit. Er vertritt die Interessen des Gastgewerbes in verschiedenen Gremien der Berufsbildung (Bundesausschuss für Berufsbildung) und fordert und fördert den Nachwuchs in Wettbewerben wie z. B. der Hessischen Jugendmeisterschaft. Das primäre Ziel: Erhöhen der Ausbildungs-qualität und somit gesteigerte Qualifikation zukünftiger Fachkräfte.

In Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern bietet der Verband ein breites Spektrum an Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Beim Seminar- und Weiterbildungsangebot liegt der Fokus neben Qualität und Aktualität auf einem guten Preis-/Leistungsverhältnis. Auch hier ist das klare Ziel des Verbandes die Qualifizierung und von Fach- und Führungskräften, von Betriebsinhabern und Mitarbeiter in Hotellerie und Gastronomie; und zwar mit maßgeschneiderten Tools von der Branche für die Branche.

Zusätzlich profitieren Mitglieder von einer Vielzahl von geldwerten Vorteilen: Bei der GEMA erhalten Mitglieder einen Rabatt von 20 Pro-zent auf den Rechnungsbetrag und sparen bei VG-Wort/VG-Media. Nutzen Sie die Rabatte bei verschiedenen Geschäftswagenmodellen, angeboten durch unsere Partner. Unsere Partner im Energiebereich offerieren Ihnen spezielle Tarife, bis hin zu den Vorteilen von denen sonst nur Großkunden profitieren. Sie führen einen Hotelbetrieb und möchten für Ihr Haus mit den Sternen werben? Als DEHOGA Mitglied zahlen Sie nur die Hälfte der Klassifizierungsgebühren der Deutschen Hotelklassifizierung. Sie führen einen gastronomischen Betrieb, der sich durch regionale Qualität auszeichnet? Als DEHOGA Mitglied zahlen Sie nur die Hälfte für das Qualitätssiegel der Kooperationsgemeinschaft Hessen à la carte.

Die Historie des DEHOGA Hessen

  • 1884 Gründung des "Rhein-Main-Gastwirte-Verbands" mit Sitz in Darmstadt
    zugehörige Kreise: Alsfeld, Alzey, Bergstraße, Bensheim und Umgebung, Bingen, Butzbach, Darmstadt, Dieburg, Gießen, Groß-Gerau, Heppenheim, Höchst am Main, Ingelheim, Lorsch, Mainz, Bad Nauheim, Odenwald, Offenbach, Oppenheim, Pfungstadt, Schlitz, Seligenstadt, Viernheim, Vogelsberg, Wetterau, Wöllstein, Worms.
  • 1889 Gründung des "Mitteldeutschen Gastwirte-Verband" zugehörige Bezirksbvereinigungen: Allendorf-Sooden, Detmold, Erfurt, Fritzlar, Fulda, Gelnhausen, Göttingen, Großalmerode, Hessisch-Lichtenau, Hannover, Hofgeismar, Kassel, Marburg, Schmalkalden, Witzenhausen mit insgesamt über 1000 Mitgliedern
  • 1892 Gründung des "Wirte-Vereins für Frankfurt und Umgebung"
  • 1893 Eintritt des "Rhein-Main-Gastwirte-Verbands" und des "Mitteldeutschen Gastwirte-Verbands" in den "Bund Deutscher Gastwirte"
  • 1895 Gründung des "Frankfurter Gastwirte-Vereins"
  • 1933 Gründung des "Reichseinheitsverbandes des Deutschen Gaststättengewerbes unter nationalsozialistischer Führung" in Berlin.
  • Auflösung und Gleichschaltung aller bisher bestehenden Verbandsorganisationen. Die hessischen Betriebe wurde in dieser Zeit Pflichtmitglieder in der "Wirtschaftsgruppe Gaststätten und Beherbergungswesen, Hessen"
  • 1946 Gründung der "Vereinigung der Hotels, Gaststätten und verwandten Betriebe für Großhessen" in Frankfurt nachdem das Organisationsverbot der amerikanischen Militärregierung gelockert wurde. Die Gründungsgenehmigung datiert vom 7. Januar 1946.
  • 1947 Umbenennung in "Landesverband der Hotels und Gaststätten und verwandten Betriebe e.V.", Sitz in Wiesbaden
  • 1950 wurde die Bezeichnung "Hessen" in den Namenszug aufgenommen
  • 1973 "Hotel- und Gaststättenverband Hessen e.V." Wiesbaden
  • 2008 "Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Hessen e.V.", kurz DEHOGA Hessen mit Sitz Wiesbaden
  • 2015 Umbenennung in "Hotel- und Gastronomieverband DEHOGA Hessen e.V."

Diese letzte Namensänderung hat - wie alle Änderungen des äußeren Erscheiningsbildes - ihren Grund in der Veränderung der verbandlichen Struktur. Über einen Zeitraum von mehr als hundert Jahren verläuft die Entwicklung der Interessenvertretung im Gastgewerbe parallel zum Fortgang des politischen Geschehens. Strukturen wurden gebildet; zunächst auf begrenzter regionaler Ebene. Doch schon sehr früh schließen die Verbände sich in einer Bundesvereinigung zusammen. Die sog. Gleichschaltung durch die Nationalsozialisten hatte allerdings einen anderen Charakter und diente insbesondere der zenralisierten staatlichen Kontrolle. Diesem Zwang konnten die Betriebe sich nicht entziehen. Hingegen war und ist die Mitgliedschaft in der verbandlichen Interessenvertretung immer freiwillig.

Im Zuge der Neuordnung nach dem zweiten Weltkrieg bildeten sich bundesweit Landesverbände und schlossen sich im Deutschen Hotel- und Gaststättenverband mit damals noch Sitz in Bonn zusammen. Heute befindet sich der DEHOGA Bundesverband in der Hauptstadt Berlin, so wie sämtliche Landesverbände ihren Sitz bei den Landesparlamenten haben, um den engen Austausch und Kontakt mit der Politik führen zu können. Die Europäische Integration sowie die Wiedervereinigung 1990 öffneten und verlangten die Möglichkeit einer professionellen Aufstellung der Interessenvertretung auf nationaler und europäischer Ebene. So versammeln sich heute 17 Landesverbände (aus historischen Gründen ist der "DEHOGA Lippe" eigenständig) unter dem Dach des DEHOGA Bundesverbandes und werden sowohl über die europäische Dachorganisation für Gastronomie und Hotellerie "HOTREC" als auch durch zuständige Abgeordnete im Europäischen Parlament vertreten.

Kleinere Kreisuntergliederungen und Vertretungen des Verbandes vor Ort sind nach wie vor wichtige Branchenmultiplikatoren und bilden die "Stammzellen" der verbandlichen Arbeit. Nichts desto trotz ist es für den Verband umso wichtiger, landesweit und national gemeinsam mit einer Stimme zu sprechen und einen professionell einheitlichen Außenauftritt zu pflegen. In den letzten Jahren haben sich so gut wie alle Verbände daher einer Corporate Identity verpflichtet. Dem folgte der DEHOGA Hessen als einer der ersten. 

Unter dem Motto "Was draufsteht, muß auch drin sein!" arbeiten wir immer an einem verläßlichen Dienstleistungsspektrum, dass sowohl hessen- als auch bundesweit allen Mitgliedern in gleicher Weise zur Verfügung steht. Ebenso stimmen sich die Landesverbände gemeinsam mit dem Bundesverband über politische Themen und gemeinsame Kampagnen ab. 

Nach vielen Jahrzehnten ist aus den Anfängen ein schlagkräftiger und geschlossener Arbeitgeber-und Interessenverband für eine höchst spannende und heterogene Branche entstanden. Der DEHOGA Hessen wird diesen Weg weiter beschreiten und dabei seinen Beitrag für eine erfolgreiche Branchenpolitik auf Landes-, Bundes- und Europaebene leisten.

Die Präsidenten

Gerald Kink

Präsident seit 2011

Hotel Oranien
Wiesbaden

Reinhard Schreek

Präsident von 1993 bis 2011

Parkhotel am Kurhaus
Bad Nauheim

Willy Benewitz

Präsident von 1984 bis 1993

Zeppelin Gaststätten
Kassel

Fred Blume

Präsident von 1972 bis 1984

Blumes Hotel am Kurhaus
Bad Nauheim

Dieter Emig

Präsident von 1958 bis 1972

Café Emig
Darmstadt

Gustav "Otto" Zorn

Präsident von 1952 bis 1957

Jeschkes Grandhotel
Bad Nauheim

Otto Häfner

Präsident von 1949 bis 1952

Staatliches Kurhotel
Bad Schwalbach

Wilhelm Pörzgen

Präsident von 1946 bis 1949

Hotel Römerbad
Wiesbaden

Adolf Eilermann

Präsident 1945

Hotel Kaiserhof
Bad Nauheim