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DEHOGA Hessen warnt vor Imageschaden für den Standort Hessen

Pressemitteilung des Hotel- und Gastronomieverbandes DEHOGA Hessen e.V. vom 19.05.2026

Wiesbaden/Frankfurt am Main, 19.05.2026 – Der DEHOGA Hessen bedauert die angekündigten Streikmaßnahmen der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) während einer internationalen Fachmesse in Frankfurt am Main. Gerade in einer Zeit, in der das Gastgewerbe bundesweit unter enormem wirtschaftlichem Druck steht, senden Arbeitskampfmaßnahmen rund um internationale Branchenveranstaltungen ein falsches Signal an Gäste, Veranstaltende und internationale Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartner.

Internationale Fachmessen gelten weltweit als zentrale Plattformen für Austausch, Netzwerke und wirtschaftliche Impulse. Tausende internationale Fachbesucherinnen und Fachbesucher sowie Ausstellende aus aller Welt reisen nach Frankfurt, um Deutschland als professionellen Gastgeberstandort zu erleben. Streiks im Hotel- und Gastgewerbe während einer solchen Veranstaltung treffen daher nicht nur einzelne Betriebe, sondern das internationale Ansehen des gesamten deutschen Gastgebertums.

„Das Gastgewerbe befindet sich bereits in einer wirtschaftlich angespannten Situation. Viele Betriebe kämpfen weiterhin mit massiv gestiegenen Kosten, sinkender Konsumbereitschaft und zunehmenden Insolvenzen“, betont Gisbert Kern, Hauptgeschäftsführer des DEHOGA Hessen.

Die Branche sieht sich derzeit mit immensen Herausforderungen konfrontiert, die den Spielraum für Gehaltserhöhungen einschränken.

Viele Gäste halten sich derzeit beim Konsum zurück und die Zahl der Insolvenzen bleibt auf hohem Niveau. Die wirtschaftlichen Folgen des Ausbruchs des Irankriegs verschärfen die ohnehin schwierige konjunkturelle Lage. Aktuell gibt es beinah täglich neue Informationen über Entlassungen, Betriebsschließungen und steigende Insolvenzzahlen.

Allein in Hessen hat sich die Zahl aller branchenübergreifenden Insolvenzen innerhalb eines Jahres drastisch erhöht:

  • Januar bis April 2025: 4,7 Insolvenzen je 100.000 Einwohner
  • Januar bis April 2026: 9,5 Insolvenzen je 100.000 Einwohner

Damit liegt Hessen bundesweit bereits auf Platz drei hinter Berlin und Hamburg.

Besonders alarmierend ist zudem die Entwicklung im Gastgewerbe selbst. Laut aktuellen Zahlen des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle erreichte die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im April 2026 den höchsten Stand seit 2005. Besonders betroffen seien Hotels und Gastronomiebetriebe. Nur durch die, durch den DEHOGA geforderte, Mehrwertsteuerreduzierung, konnten einige Betriebe überhaupt bis dato überleben.

Der Stand der aktuellen Arbeitsmarktzahlen ist besorgniserregend. Im Rahmen von Massenentlassungen verloren gemäß der Agentur für Arbeit allein in der Stadt Frankfurt am Main im letzten halben Jahr über 700 Menschen im Gastgewerbe ihren Arbeitsplatz. Momentan geht es darum, die Arbeitsplätze zu sichern und nicht durch nicht tragbare Lohnsteigerungen noch mehr zu gefährden, betont der DEHOGA Hessen.

Gleichzeitig verweist der DEHOGA Hessen darauf, dass das hessische Gastgewerbe mit Tarifsteigerungen von insgesamt rund 27 Prozent innerhalb der letzten 5 Jahre (2021: 8,5%; 2023: 6,5%; 2024: 5,5%; 2025: 6,4%) bereits seit Jahren zu den Bundesländern mit dem höchsten Tarifniveau zählt. Neben deutlichen Entgelttariferhöhungen wurde zudem erst 2024 ein moderner Manteltarifvertrag vereinbart, der unter anderem zusätzliche Sonn- und Feiertagszuschläge vorsieht. Diese entsprechen einer zusätzlichen Lohnsteigerung von rund 6% und bringen die Wertschätzung der Arbeitgeber für die Arbeit an Wochenenden zum Ausdruck.

Die Arbeitgeberseite betont ausdrücklich ihre Bereitschaft zu konstruktiven Gesprächen und tragfähigen Lösungen im Rahmen der bewährten Sozialpartnerschaft.

-Ende der Pressemitteilung-

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