Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Hessen e.V.

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Kraftvoller Auftakt ins politische Jahr auf dem Neujahrsempfang des DEHOGA Hessen in Frankfurt

Mit klaren Worten fordert DEHOGA Hessen-Präsident Gerald Kink mehr fairen Wettbewerb, Bürokratieabbau und flexiblere Gestaltungsmöglichkeiten der modernen Arbeitswelt. Wirtschaftsminister Al-Wazir würdigt die Branche als starken Wirtschaftsfaktor für das Land.

Über 300 Gäste aus Hotellerie und Gastronomie, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sind der Einladung des Hotel- und Gastronomieverbandes DEHOGA Hessen zum traditionellen Neujahrsempfang der Branche ins Grandhotel Hessischer Hof nach Frankfurt gefolgt.

Der stellvertretende Ministerpräsident des Landes Hessen und Staatsminister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung Tarek Al-Wazir betonte in seiner Ansprache die wichtige Bedeutung der Branche als Wirtschaftskraft und Hauptleistungsträger der Tourismuswirtschaft: „Gerade für ein Bundesland wie Hessen, das über das Drehkreuz Frankfurt mit sehr guten Gäste- und Übernachtungszahlen aufwarten kann, kommt es auf exzellente Serviceleistungen aus Ihrer Branche an.“, formulierte Al-Wazir den Erwartungshorizont an die Branche. Und dies sei ihr gut gelungen. Der Minister konnte zum dritten Mal in Folge mit Rekordzahlen in Hessen aufwarten: allein von Januar bis Ende November 2015 verzeichnete das Land 30,1 Millionen Übernachtungen. Ein Plus von 3,3 Prozent.

Präsident Gerald Kink spannte in seiner Neujahrsrede einen weiten Bogen über die Lage des Landes zu Zeiten der Gründung des DEHOGA Hessen vor genau 70 Jahren bis zu den großen Veränderungsprozessen von Wirtschaft und Gesellschaft heute.

Mit Blick auf die aktuellen gesellschaftspolitischen Herausforderungen erkenne die Branche insbesondere in Zeiten des demografischen Wandels in der Integration von Flüchtlingen in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt echte Chancen. „Es wird nicht leicht, dennoch sollten wir alle Möglichkeiten anbieten.“, erklärte Kink. Hotellerie und Gastronomie stünden wie keine andere Unternehmerbranche für Weltoffenheit und Willkommenskultur.

Demgegenüber dürfe jedoch nicht die Tatsache ignoriert werden, dass die Gesellschaft unlängst erheblichen Veränderungen unterliege und die sich daraus ergebenden Herausforderungen nach wie vor ungelöst sein. Und dies spüre das Gastgewerbe massiv. Bürokratische Belastungen drohten gerade die vielen kleinen Unternehmen der Branche zu ersticken, während konkurrierende Marktsegmente wie verschiedenste Online-Privatanbieter keinen Regeln unterlägen. So fände eine ungehemmte Kommerzialisierung des Privaten durch die digitalen Medien statt, die allerdings alle am Gemeinwohl orientierten Maßstäbe von Marktwirtschaft, Verbraucherschutz und Steuergerechtigkeit missachte.

Kink forderte unmissverständlich zur Besinnung auf die Prinzipien des Rechtsstaats und der sozialen Marktwirtschaft auf, die er mehr und mehr in Gefahr sieht.

Der Verband setze sich an allen Stellen für diese Grundprinzipien ein und mache konsequent seine Hausaufgaben. Dies erwarte er ebenfalls von der verantwortlichen Politik. Es gäbe ein umfängliches 10-Punkte-Papier zum Umgang mit der sog. „Sharing Economy“ ebenso wie ein umfassendes Rechtsgutachten zur Flexibilisierung des nicht mehr zeitgemäßen Arbeitszeitgesetzes: „Mit dem geltenden Arbeitszeitgesetz sind die Probleme unserer Betriebe nicht lösbar!“

Sowohl Mitarbeiter als auch Gäste erwarteten heute Lösungen, um Arbeitsleben und Life-Balance zu verknüpfen. Die Generation „Y“ ginge anders mit ihren Prioritäten um. „Und wir müssen uns anpassen … dürfen!“, so Kink weiter. Die Gäste hingegen erwarteten durchgehenden Service und Dienstleistungen. Unterm Strich sei all dies lösbar, und es würde nicht Mehrarbeit verlangt, sie müsse nur flexibler verteilt werden können.

Die Branche wünsche sich mehr unternehmerische Freiheit und mehr Vertrauen in das Verantwortungsbewusstsein der Betrieb anstelle von zunehmender Reglemtierung. Aufgabe der Politik sei es, Unternehmer wie Verbraucher zu befähigen und nicht zu gängeln.

Kraftvoll rief Verbandspräsident Gerald Kink am Ende seine Grundsatzrede dazu auf: „Arbeiten wir gemeinsam für eine Wirtschaftspolitik, deren Maximen Wettbewerb und Leistungsgerechtigkeit sind und an einer politischen und gesellschaftlichen Kultur des gegenseitigen Respekts, der Weltoffenheit und Fairness!“